Spielszenen

1. Wie es Samuel und Vicente erging
2. Anspiel zum Schuldenerlaß
3. Ablaßjahr?!
4. Der schlaue Hase (Puppenspiel)
5. Märchen von den zwei Brüdern, die eine Frau suchten ( Puppen- oder Menschenspiel)

Ablaßjahr ?!


von Ulrich Haag

Tach Frau Hinz, sag ich.

Tach auch, sagt se, wie geht et?

Gut, sag ich. Sehense den Umschlag hier? Dat is die letzte Rate. Jetz gehört die Einbauküche mir. Aber wat ich dafür an Zinsen gezahlt hab! Bald mehr als die gekostet hat.

Ach so, sagt se, dann sind sie bestimmt auch für dat Ablaßjahr. Dat lag nämlich heute bei uns im Briefkasten.

Ablaßjahr, frag ich, wat soll dat sein?

Na, sagt se, der Schuldenablaß für die Länder in Afrika.

Ach so, sag ich, Schuldenerlaß meinense. Mit Ablaß hat dat nix zu tun. Ablaß ist Geld zahlen und Sünden vergeben kriegen.

Dann eben Erlaß, meint se. Einfach, dat die armen Länder nich mehr zahlen müssen, wat noch an Schulden übrig ist. Aber wo gibtet denn sowat?!

Wieso nich, sag ich, wenn et denen doch hilft?

Sie sind gut, sagt se,. sie haben doch auch ihre Küche zu Ende bezahlt, und der Willi und ich unsern Wohnwagen am Biggesee.

Dat ist wat anderes, sag ich, stelen se sich nur ma vor, sie müssen für den Wohnwagen soviel Zinsen zahlen, dat se für alles andere nicx mehr übrig haben, keine Wohnung, keine neue Bluse, nich mal ordentlich wat aufn Tisch.

Gut, sagt se, dat die Kinder da unten hungern, in Nigeria oder Sudan, bloß weil der Staat alles Geld an unsere Sparkassen zahlt, dat is schon schlimm.

Und nix mehr überhat für Schulen, sag ich, und für Ärzte. Oder für sauberes Trinkwasser.

Aber wat sind die dann auch so gierig und machen so viel Schulden? sagt se. Wenn set sich doch nich leisten können?

Zum Schuldenmachen gehören immer zwei, sag ich, dat is genau wie in der Kneipe unter auf de Ecke. Wenn der hinterm Tresen, wie heißt der...?

Der Wilfried, sagt se.

Ja der, sag ich, wenn da einer auf Pump trinkt, und der Wilfried merkt, der kann nich zahlen,dann dreht der ganz von selbst den Zapfhahn zu

Ach so, und jetz meinen se, die Spärkassen hätten früh genug den Geldhahn zudrehen sollen.

Die Banken, sag ich. Stimmt aber. Und weil set nich gemacht haben, sind se mit Schuld.

Trotzdem, sagt se, wer bestellt, bezahlt, dat is auch wie beim Wilfried unten auf de Ecke.Und wenn die nich bezahlen können, dann müssen se eben hart arbeiten und auf wat verzichten.

Wodrauf sollen die denn verzichten, wenn se schon nicht genug zu essen haben?

Naja, sagt se, der Willi und ich, wir spenden auch jedes Jahr wat für Brot für de Welt. Aber dat mit dem Schuldenerlaß ärgert mich. Wir kriegen doh auch nix geschenkt.

Im Evangelium steht dat aber anders, sag ich.

Wie,sagt se, hat Jesus wat über Schulden gesagt?

Klar sag ich, dat is dat Gleichnis, wo einer dem König so viel Geld schuldet, dat et kein Mensch zurückzahlen kann, er sowieso nicht. Der König sieht dat ein und sagt, na behalt et, wir sind quitt.

Dat is nett von dem König, sagt se, aber wenn die Sparkasse auch so nett wär, wär se morgen pleite.

Dat Geld is Jesus egal, sag ich. Wat der sagen will, is, dat wir Gott soviel schuldig sind, dat könnten wir nie aufholen, unser Leben lang nich.

Jetz erinner ich mich, sagt se, dat kam vorn paar Wochen im Fernsehgottesdienst. Dat wat wir schuldig sind, is geschenkt, weil Gott sagt, laß gut sein.

Genau sag ich, und wenn der so großzügig is, sollen wir nich mit Geld knausern.

Sehense, sagt se, jetz hat dat doch wat mit Ablaß zu tun.

Wieso dat denn? sag ich.

Na, sagt se, wat der Herrgott da mit uns macht, is doch Schuld vergeben. Und wat wir machen sollen, is Schuldenerlassen.

Ach so, sag ich, so kann man dat auch sehen. Aber jetz muß ich.

Ich auch, sagt se, tschüss zusammen

Tschüss denn.

Morgenandacht im WDR 5 am 1.6.2002, mit freundlicher Genehmigung von Pfarrer Ulrich Haag, Aachen.

1. Wie es Samuel und Vicente erging

Spielszene zur Problematik der Landwirtschaft in Mosambik und anderen Ländern der "Dritten Welt"

( von Ulla Rinke)
Personen:
1. Szene
Linda : Papa, darf ich bald auch zur Schule gehen?
Vater : Linda, du weißt doch, daß wir kein Geld haben.
Linda : aber ich möchte doch so gern auch lesen , schreiben und rechnen lernen
Vater : Aber wovon sollen wir denn deine Schuluniform und die Bücher und Hefte kaufen?
Mutter : Hör mal, Samuel, wir haben doch eine ganz gute Ernte gehabt. Wie wäre es, wenn wir ein Teil von unserem Reis verkaufen.
Vater : Ja , daran habe ich auch schon gedacht. In diesem Jahr müßte das gehen.
Mutter : Mit meinen Maisplätzchen habe ich auch etwas verdient. Ich war sehr sparsam, vielleicht reicht es für Lindas Schuluniform. Ich möchte auch, daß sie zur Schule geht.
Vater : Gut, wenn ich einen guten Preis für den Reis bekommen kann, können wir noch einmal darüber reden.
Linda : Au, prima, danke Papa.

2.Szene (Vicente und Samuel)

Vicente : Hast du schon gehört, Samuel? Morgen kommt ein Aufkäufer von Pemba. Es heißt, sie wollen Reis von uns kaufen.
Samuel : Ja, ich habe schon gehört, daß eine große Firma unseren Reis aufkaufen will. Morgen kommt er also.
Vicente : Ich hoffe, wir bekommen einen guten Preis. Meine Ernte war gut in diesem Jahr. Es hat genau zur richtigen Zeit geregnet. Meine Frau braucht dringend einen neuen Topf und ich eine neue Hose, du siehst ja, diese fällt mir schon bald vom Hintern.
Samuel : Ja, wir könnten das Geld auch gut gebrauchen. Meine Tochter Linda will unbedingt zur Schule gehen.
Vicente : Ja ich denke, die Zeiten ändern sich und heutzutage sollten die Mädchen auch zur Schule gehen, aber für meine Milena wird es wohl wieder nicht reichen.
Samuel : Vielleicht nächstes Jahr. Machs gut!
Vicente : Ja, mach’s gut, und bis morgen.

3. Szene (Vicente, Samuel, Mr. Miller)
Vicente : Guten Tag Mister Miller. Ich möchte Ihnen Reis verkaufen.
Miller : Wieviel haben Sie denn?
Vicente : Einen Sack kann ich entbehren, wir hatten eine gute Ernte.
Miller : Was? nur einen Sack? Was soll ich denn damit anfangen
Samuel : Ich hab auch einen Sack Reis zu verkaufen.
Miller : Na toll, hoffentlich bin ich nicht für zwei Sack Reis hierher gekommen. Das lohnt sich ja gar nicht.
Vicente : Da kommen bestimmt noch ein paar. In diesem Jahr hatten wir Glück und die Ernte war ganz gut.
Miller : Na, hoffen wir’s.
Samuel : Was bekomme ich denn für meinen Sack Reis
Miller : 1000 Meticais
Samuel : Was, nur 1000 Meticais? Für einen ganzen Sack voll Reis?
Miller : Wenn Ihnen das nicht paßt, können Sie ja selbst nach Pemba fahren und ihn dort auf dem Markt verkaufen.
Samuel : Aber ich habe keine Transportmöglichkeit. Ich kann ihn ja nicht 100 km nach Pemba schleppen.
Miller : Sie sagen es. Den Transport muß ich ja schließlich auch noch bezahlen. - Aber ich mache Ihnen einen Vorschlag.
Samuel : Sie bezahlen mir mehr?
Miller : Nein. Aber ich verkaufe Ihnen Kunstdünger für Ihr Feld, dann können sie im nächsten Jahr noch mehr ernten.
Vicente : Kunstdünger? Das ist interessant. Was kostet der denn?
Miller : Ein Sack Kunstdünger kostet 1500 Meticais.
Samuel : Das können wir nicht bezahlen. Wie soll das denn gehen, wenn Sie uns nur 1000 für einen Sack Reis bezahlen.
Miller : Ja guter Mann, dafür werden Sie im nächsten Jahr auch das dreifache ernten.
Samuel : Aber davon haben wir doch jetzt nicht mehr Geld.
Miller : Ja, hören Sie mir doch zu: Sie verpfänden mir Ihre nächste Ernte. Das heißt, sie erhalten jetzt von mir einen Sack Kunstdünger und dafür gehört ihre nächste Reisernte mir und für ihre drei Sack Reis bekommen Sie dann noch 1500 Meticais heraus. Damit haben Sie dann im kommenden Jahr 50 % mehr als in diesem. Das ist doch ein gutes Geschäft!
Samuel : Was meinst du Vicente? Das hört sich ja ganz gut an, nicht wahr?
Vicente : Ja das finde ich auch. (zu Miller) Und sie glauben, daß wir dann im nächsten Jahr das Dreifache ernten können?
Miller : Das sage ich Ihnen doch, ganz bestimmt. Unser Kunstdünger ist Weltspitze und wird überall mit Erfolg eingesetzt.
Vicente : Ja ich glaube, das mache ich dann so.
Samuel : Gut, ich versuche es auch.
Miller : O.K. dann unterschreiben Sie mir mal hier diesen Schein, daß Sie jeder einen Sack Dünger erhalten haben und mir dafür jeweils 1500 Meticais schulden.
Sam. u..Vic.: (unterschreiben)Danke vielmals und auf Wiedersehen.

4. Szene (Ein Jahr später)
Linda : Papa, glaubst du, daß ich dies Jahr endlich zur Schule gehen kann?
Vater : Ja Linda, ich glaube schon. Es hat wirklich ganz gut geklappt mit dem Kunstdünger, ich habe zwar nicht ganz soviel geerntet, wie ich gehofft habe. Der Regen hat gefehlt. Aber ich glaube doch , daß es klappen wird.
Miller : Da bin ich wieder. Na, Leute, wieviel könnt Ihr mir denn heute verkaufen.
Samuel : Das Jahr war nicht gut.
Miller : Jammern gilt nicht.
Samuel : Ich meine, das Wetter war nicht so günstig, aber zweieinhalb Sack kann ich entbehren.
Miller : Na sehen Sie, Mann, das habe ich Ihnen doch gesagt. Unser Kunstdünger ist Spitze. Hier haben Sie Ihren Schuldschein zurück. Wer ist der Nächste?
Samuel : Moment mal. Ich bekomme doch noch Geld. Sie haben doch gesagt, ich bekomme 1500 Meticais.
Miller : Wie? Ach so, nein, mein Lieber. Das ist leider nicht möglich. Erstens sind es ja nur zweieinhalb Sack und außerdem: Der Weltmarktpreis für Reis ist total im Keller. Da habe ich schon beide Augen zugedrückt. Eigentlich kann ich nur 500 Meticais für einen Sack rechnen.
Vicente : Aber das können Sie doch nicht machen. Da haben wir ja nicht einmal unsere Kosten heraus. Von der Arbeit ganz zu schweigen!
Miller : Da kann ich nichts machen. Der Weltmarkt ist nun einmal so. Aber bauen Sie doch im nächsten Jahr einfach Südfrüchte an, Ananas zum Beispiel. Dafür bekommen wir auf dem europäischen Markt einen guten Preis.
Samuel : Aber wir brauchen doch auch Reis für den Eigenbedarf.
Miller : Ist doch kein Problem , Mann. Für Ananas erhalten Sie soviel, daß Sie sich bequem Reis und alles andere dafür kaufen können.
Samuel : Na ich weiß nicht. Und wenn das schief geht?
Miller : Was soll denn schief gehen. Sie kaufen jetzt bei mir wieder einen Sack Dünger, Außerdem brauchen Sie noch Insektenvernichtungsmittel, denn Ananas sind natürlich anfälliger. Und ja natürlich auch noch ein Mittel gegen Pilzkrankheiten. Das macht zusammen 3000 Meticais.
Samuel : Und wieviel erhalten wir im nächsten Jahr für die Ananas?
Miller : Das kann ich Ihnen natürlich jetzt noch nicht sagen, aber auf jeden Fall machen Sie ein gutes Geschäft.
Samuel : Und wenn wir wieder Reis anbauen?
Miller : Dann kann ich für nichts garantieren. Weiß ich, wie der Weltmarktpreis für Reis im nächsten Jahr ist? Dann müßten Sie mir den Dünger auf jeden Fall jetzt bar bezahlen.
Vicente : Dann bleibt uns also gar nichts anderes übrig, als auf Ihr Angebot einzugehen?
Miller : Wenn Sie auf Ihren Vorteil bedacht sind, sollten Sie das tun.
Samuel : Ich habe wirklich Angst, daß es uns dann im nächsten Jahr wieder so geht und wir gar nichts mehr zu essen haben.
Miller : Ja Mann, wenn Sie zu etwas kommen wollen, müssen Sie schon bereit sein, auch einmal ein Risiko einzugehen. Von nichts kommt nichts.
Samuel : Also gut, ich probiers. Und Sie garantieren uns, daß wir im nächsten Jahr einen Gewinn machen?
Miller : Ich bin sicher, daß wir mit Ananas ein Bombengeschäft machen werden.

5. Szene
(1 Jahr später,Samuel, Vicente, später Miller)
Vicente : Kannst Du mir ein bißchen Reis leihen, Samuel? Wir haben nichts mehr zu essen.
Samuel : Wir haben selbst nichts mehr Vicente. Ich würde Dir ja gern helfen, aber ich weiß auch nicht mehr, wie ich meine Familie satt kriegen soll.
Vicente : Das mit der Ananas ist ja voll in die Hose gegangen. Alles vertrocknet.Es hat ja überhaupt nicht geregnet. Ich weiß nicht mehr, wie es weitergehen soll.
Samuel : Ich habe wenigstens etwas geerntet, weil ich zu Anfang noch bewässern konnte. Du weißt ja, der Bach fließt in der Nähe, aber als er dann ausgetrocknet war ....Wenig genug konnte ich abliefern und was ich dafür bekommen habe, reicht nicht einmal, um die Schulden für Kunstdünger und Insektizide zu bezahlen. Ich habe nichts mehr, um Essen zu kaufen. .......
Miller : Ja Leute, wann bekomme ich denn nun mein Geld für den Kunstdünger und so weiter?(für sich) Ich habe ein gutes Geschäft gemacht. Gut, daß ich so wenig für die Ananas bezahlen mußte. Die Kosten habe ich raus . Aber mit den Bauern hier ist kein Geschäft mehr zu machen. Im nächsten Jahr gehe ich nach Brasilien.

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2. ANSPIEL ZUM SCHULDENERLASS

(von Christiane Becker)
Personen: (Schuldner geht auf und ab)
Sch: Jetzt warte ich schon geschlagene drei Stunden auf den Herrn Finanzminister. Schließlich bin ich extra angereist. Noch dazu, Zeit ist Geld und darum geht es letztendlich..... Ach, da kommt er ja endlich (allgemeines Händeschütteln) Mein hochverehrter Herr Finanzminister, seien Sie gegrüßt. Ich komme mit einem Anliegen zu ihnen, das für mein Land von großer Bedeutung ist Ich bin hier, um Ihnen einen Antrag auf Entschuldung vorzulegen.
Fin.:Also, mein Lieber, wenn Sie auf einen Schuldenerlaß anspielen, da kann ich Ihnen gleich sagen, das können wir uns überhaupt nicht leisten. Und was haben wir überhaupt damit zu tun, wenn Sie falsch wirtschaften. Offensichtlich sind Sie doch durch EIGENVERSCHULDEN in diese mißliche Lage gekommen.
Sch.:Da muß ich doch mein ganz entschiedenes Veto einlegen. Wie Sie wissen, hat mein Land einen verheerenden Krieg hinter sich....
Fin.: ... den Ihr eigener damaliger Regierungschef, dieser Diktator und Rattenfänger höchstselbst angezettelt hat, wenn ich mich recht erinnere... also doch Eigenverschulden!
Sch.:Mit Verlaub, der von Ihnen angesprochene Diktator hatte nicht zuletzt leichtes Spiel, weil die Wirtschaft u.a. wegen Schuldenlasten am Boden lag. Schon damals wurde die Massenarbeitslosigkeit kaum bekämpft, um die desolate Lage zu demonstrieren und damit von weiterem Schuldendienst freigestellt zu werden. Aber es geht hier nicht um den Diktator. Fakt ist, daß mein Land nach sechs Jahren Krieg darnieder liegt. Ortschaften sind zerstört. Die meisten Produktionsanlagen wurden im Krieg vernichtet. Eine Flüchtlingswelle schwappt von Ost nach West, weil ein Teil des Landes von feindlichen Truppen besetzt ist. Acht Jahre sind seit dem Kriegsende vergangen und noch immer leben Flüchtlinge in Notunterkünften. Viele Menschen leben am Existenzminimum, die medizinische Versorgung ist schlecht ....
Fin.:Ja, Ja, guter Mann. Das ist alles traurig genug. Sie haben durchaus mein Mitgefühl. Aber nun sagen Sie mir, was ich darüber hinaus zu tun habe. Treten Sie ihrer eigenen Regierung mal auf die Füße. Nur die kann Ihrem Land helfen. Zur Not tauschen Sie sie aus.
Sch.: Genau das will ich ja. Ich meine natürlich nicht, meine Regierung austauschen. Aber ich möchte meine Regierung, deren Vertreter ich hier bin, handlungsfähig machen und sie in die Lage versetzten, einen vernünftigen Aufbau der Wirtschaft zu schaffen, der der Bevölkerung zugute kommt.
Fin.: Nun versteh ich aber immer noch nicht, was ich da machen soll. Gut, ich könnte Ihnen das Wirtschaftsprogramm meines Landes sehr empfehlen. Daß unsere Länder ganz verschieden strukturiert sind, ist ja wohl unwichtig. Das wäre überhaupt DIE Idee. Ich lasse Ihnen ein paar Schulden nach und dafür handelt Ihre Regierung nach meinen Vorstellungen. Strukturanpassung nennt man das wohl ... eine geniale Idee
Sch.: Moment! So genial ist das nicht. Verstehen Sie, manches kann man nicht einfach übertragen. Man kann z.B. einem landwirtschaftlich orientierten Land kein Industriewirtschaftswunder verpassen oder umgekehrt. Ich denke an eine andere Lösung. Zur Zeit sind unsere ausstehenden Schulden höher als unser Bruttosozialprodukt. Es ist vollkommen unklar, wie diese jemals bezahlt werden sollen. Wir brauchen unsere Exporteinnahmen, um unser Land wieder aufzubauen und nicht, um davon Auslandsschulden zu begleichen.
Fin.:Nun werden Sie mal deutlicher. Ich will Zahlen hören.
Sch.:Also, es sieht definitiv so aus: Der Schuldenstand unseres Landes bei allen Gläubigern beträgt rund 30 Milliarden Mark...
Fin.:Was eine ganze Menge ist!
Sch.: Wem sagen Sie das, ein unbezwingbarer Berg .... Darum möchte ich Ihnen folgenden, für uns realistischen Vorschlag machen: Erlassen Sie uns den Großteil unserer Schulden, mindestens 50 Prozent und Zins und Zinseszins. Den Rest wollen wir in kleinen Raten abstottern, soweit sich unsere Wirtschaft erholt hat.
Fin.: Klingt ja irgendwie plausibel. Bei einer kaputten Wirtschaft, wie Ihrer, werde ich wahrscheinlich meine gesamten Forderungen in den Wind schreiben müssen. Aber doch, ich sehe eine Chance ... ich werde darüber nachdenken. Doch sagen Sie mir gerade, welches Land vertreten Sie noch gleich ???
Sch.:Die Bundesrepublik Deutschland und wir schreiben das Jahr 1953!
Ein SprecherDer Rest der Geschichte ist sicher weitestgehend bekannt. Deutschland wurden die Schulden recht großzügig erlassen und es folgte ein Wirtschaftswunder.

Zum Beginn der Szene

Der schlaue Hase

Mosambikanisches Märchen
Eingerichtet für ein Puppenspiel von Ursula Rinke
(auch als Spiel mit lebenden Personen möglich)

Personen:

1. Szene
Massanja hat entdeckt, daß jemand Erdnüsse von seinem Feld gestohlen hat und erzählt es schimpfend seiner Frau und seinem Sohn. Mahushi schlägt vor, Wache zu halten und erklärt sich dazu bereit. Die Mutter ist sehr gesorgt, aber Mahushi läßt sich nicht beirren, nimmt jedoch auf des Vaters Rat hin einen Speer mit und begibt sich auf das Feld.

2. Szene
Es ist dunkel. Mahushi fürchtet sich. Er lauscht auf die Geräusche und blickt zu den Sternen. Endlich kommt der Mond und es ist ihm nicht mehr ganz so unheimlich. Er versucht krampfhaft, wach zu bleiben, schläft aber schließlich doch ein. Der Hase kommt, gräbt Erdnüsse aus, erblickt den Speer und den schlafenden Jungen, lacht und zerbricht den Speer. Als er Hundegebell hört, macht er sich schnell davon.
Mahushi wacht auf, als Massanja vor ihm steht und ihn ausschilt. Er beteuert nicht geschlafen zu haben, aber der zerbrochene Speer straft ihn Lügen. Beschämt geht er nach Hause, wo ihn Mutter und Schwester auslachen.

3. Szene
Es ist wieder Abend und Lyaka geht mit Pfeilen und Bogen zum Erdnußfeld, um zu wachen. Sie baut sich einen Steinwall und legt sich dahinter auf die Lauer. Doch auch sie schläft ein. Der Hase kommt und findet sie, zerbricht Bogen und Pfeile und steckt die Pfeilspitzen dort in die Erde, wo er die Erdnüsse ausgräbt. Lyaka erwacht und ist entsetzt. Über die Idee des Diebes, die Pfeile zu "Pflanzen" zu machen, muß sie aber doch lachen. Sie trifft auf dem Heimweg den Vater. Der weiß schon Bescheid und schickt sie nach Hause, um der Mutter im Haushalt zu helfen. Sie soll auch der Mutter sagen, daß diese in der nächsten Nacht an der Reihe ist, zu wachen. Das gefällt der Mutter gar nicht, aber sie beschließt, auf jeden Fall eine Axt mitzunehmen.

4. Szene
Auch die Mutter versucht wach zu bleiben, schläft jedoch genauso ein, wie die Kinder. Der Hase feixt, wirft ihre Axt in den Fluß und ißt sich satt. Der Vater ist wütend, als er seine Frau schlafend findet und argwöhnt, seine Familie wolle ihn absichlich ruinieren. Die Mutter meint, daß Zauberei im Spiel sein müsse und sagt Massanja, daß er nun an der Reihe sei und selbst sehen solle, wie es ihm ergehe. Massanja beschließt tagsüber zu schlafen, um ausgeschlafen wache halten zu können.

5. Szene
Massanja kommt bis an die Zähne bewaffnet aufs Feld. Er hat den ganzen Tag nicht schlafen können, weil es so heiß war und die Hühner gegackert und die Ziegen gemeckert haben. Er setzt sich unter einen Baum. Es ist noch immer heiß und er schläft ein, so daß der Hase sich wieder satt essen kann, nachdem er alle Waffen zerbrochen hat. Als Massanja erwacht, ist er wütend auf sich selbst. Er setzt sich auf einen Stein und brütet, was er wohl tun könne, um den Dieb zu erwischen. Da kommt ihm eine Idee: er baut sich eine Vogelscheuche, die er mit dem Saft vom Gummibaum übergießt. Dann geht er schlafen.

6. Szene
Es ist Nacht und der Hase kommt, um zu stehlen. Er ist erschrocken, weil er Person als Wächter auf dem Felde stehen findet, die er nicht kennt. Als er den ersten Schreck überwunden hat, glaubt er, dies sei ein Dieb, der ihm "seine" Ernte streitig machen wolle. Er schnauzt ihn an und als das nichts hilft, greift er ihn an - und bleibt kleben., erst mit den Vorderpfoten und als er sich mit den Hinterpfoten gegen die Person stemmen will , um loszukommen, auch noch mit diesen. Er jammert fürchterlich, aber er muß aushalten, bis der Morgen graut.
Als der Bauer Massanja mit seinen Kindern und seinen Hunden kommt, glaubt der Hase, sein letztes Stündlein sei gekommen. Dennoch versucht er, sich herauszureden.
Der Bauer macht ihn los, schickt ihn aber mit seinen Kindern und den Hunden zu seiner Frau, die ihn braten soll und geht an seine Arbeit. Der Hase verwirrt auf dem Weg die Kinder mit seinem Gerede so, daß sich tatsächlich der Mutter sagen, der Vater habe den Auftrag gegeben, sie solle dem Hasen ein Mittagsmahl kochen. Als sie es aufgetischt hat und der Hase allein mit den Hunden ist, verspricht er ihnen das reichliche Fleischmahl, wenn sie ihn laufenlassen. Die Hunde, die selten so etwas Gutes bekommen, gehen darauf ein.
Der Hase sagt zu sich selbst, daß er sich besser in dieser Gegend nicht mehr sehen läßt und gibt Fersengeld.

zum Anfang des Spiels
zum Inhaltsverzeichnis

Von den zwei Brüdern, die eine Frau suchten

Personen:
Armando und Paulo, zwei Brüder
eine alte Frau
Oriane, eine junge Frau
eine häßliche Gestalt

1. Szene

Armando und Paulo sitzen zusammen und starren vor sich hin
Armando : seufzt
Paulo : seufzt
Armando : ach ja ...
Paulo : ach ja
Armando : schön wärs
Paulo : ja, schön wärs
Armando : was meinst du eigentlich?
Paulo : ich dachte gerade darüber nach, daß ich gern eine Frau hätte
Armando : ach ja, Paulo, genau darüber habe ich auch gerade nachgedacht. Das wäre schön, sie würde mich morgens mit einem Küßchen wecken
Paulo : sie würde mir morgens das Frühstück machen
Armando : Sie würde mich so lieb anlächeln, daß ich den ganzen Tag fröhlich wäre
Paulo : Sie würde sich um den Haushalt kümmern und ich könnte jagen gehen.
Armando : Ich wünsche mir, daß sie mir viele niedliche, rundliche Kinder schenkt, die mit ihrem lustigen Lachen um das Haus herum tollen .
Paulo : und ich wünsche mir, daß sie schön ist und eine Menge Geld hat und Schafe und Ziegen mitbringt, damit wir keine Sorgen haben und öfter einmal Fleisch essen könnten.
Armando : Sie wäre bestimmt lieb und es wäre schön, wenn wir die Arbeit gemeinsam tun könnten, dann würde sie uns schneller von der Hand gehen und wir könnten noch Spaß obendrein haben.
Paulo : aber wo soll ich so eine Frau finden. seufz Wunschträume. Dann muß ich jetzt wohl aufs Feld gehen und das Elefantengras ausreißen, sonst erstickt es mit den ganzen Mais und ich ernte nichts.
Armando : Das hab ich auf meinem Feld gestern getan. Ich glaube, heute ist ein guter Tag , da ist gerade nichts Dringendes zu tun. Ich mache mich auf und sehe mich mal unter den Mädchen im nächsten Dorf um, vielleicht gibt es dort ja eine, die mir gefällt.
Paulo : geringschätzig Ach was, im nächsten Dorf, da finde ich bestimmt keine, die meinen Anforderungen entspricht.
Armando : Wer weiß, manchmal liegt das Gute gar nicht in der Ferne. Ich gehe dann mal los. Machs gut, bis Morgen. (geht ab)
Paulo : Na ja, Armando ist halt ein bißchen naiv. Was der für Vorstellungen hat! (ab)

2. Szene

Armando : wandert fürbaß und pfeift vor sich hin
Alte Frau : Guten Tag Söhnchen, wohin gehst Du?
Armando : Grüß Gott, Mütterchen, ich suche eine Frau. Ich will ins Nachbardorf gehen und mich umsehen, ob es da nicht ein liebes Mädchen für mich gibt.
Alte : Ach Söhnchen, könntest du mir nicht zuvor einen Gefallen tun
Armando: Aber sicher, was ist es denn?
Alte : Kannst Du mir dort hinten an der Wasserstelle Wasser holen Ich kann mich so schlecht bücken und der Bottich ist mir zu schwer.
Armando : Kein Problem Mütterchen, ich bin gleich wieder da. (nimmt den Topf und geht)
Alte : für sich Das scheint ja ein netter Junge zu sein.
Armando : Hier ist das Wasser. Kann ich dir sonst noch etwas helfen?
Alte : Ach ja, Söhnchen, bitte siebe mir doch die Hirse, damit ich keine Spelzen im Brei habe.
Armando : Das ist schnell getan. (tut es) So, Mütterchen, nun kannst du deinen Brei kochen.
Alte : Eine Bitte habe ich noch, Söhnchen, stampfe mir doch bitte die Kohle, damit ich kochen kann.
Armando : (stutzt und schaut die Alte einen Augenblick an, dann aber:) Ist in Ordnung, wird sofort erledigt. (er greift Bottich und den Stößel und stampft) So Mütterchen, fertig, kommst du nun zurecht?
Alte : Danke Armando, du bist ein lieber Junge, deshalb will ich dir helfen, eine gute Frau zu finden. Geh immer weiter in diese Richtung, dann kommst du an eine Weggabelung. Da gibt es einen schönen geraden und sauberen Weg und einen gewundenen, holprigen und schmutzigen Weg. Wähle den schmutzigen und bald wirst du Töpfe am Wegrand sehen, saubere und schmutzige. Du wirst den Deckel der schmutzigen Töpfe abheben, nicht der sauberen wohlverstanden, und dir von den Sachen, die darin sind, eine nehmen. Dann komm hierher zurück.
Armando : Gut, ich werde alles genauso machen, wie du gesagt hast. (beide ab)

3. Szene

Armando : befindet sich auf dem schmutzigen Weg, vor ihm drei TöpfeDa wäre ich also, ich bin an die Weggabelung gekommen, da war ein geteerter, gerader Weg und ein Weg, der durch Gestrüpp ging und voller Affenbohnen war. Da mußte ich mächtig aufpassen, sie nicht zu berühren, sonst jucken sie tagelang, genau wie manche Brennesseln. Aber nun bin ich an der Stelle, wo die Töpfe stehen. Puh, die sind aber wirklich schmutzig, na macht nichts, da will ich mal sehen, was darin ist. (öffnet einen Topf) Oh, die allerschönsten, großen, runden, leuchtenden Apfelsinen. Also nehme ich mir eine davon, wie die alte Frau gesagt hat. Ich bin mal gespannt, wie das Abenteuer weitergeht. Es ist inzwischen schon Mittag geworden, ich glaube, meine Wanderung ins Nachbardorf muß ich auf Morgen verschieben, sonst komme ich nicht mehr vor dem Dunkelwerden nach Hause. Na, macht nichts. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben. währenddessen hat er den Topf wieder zugemacht und sich selbst auf den Rückweg zu der alten Frau.

4. Szene

Alte : Da bist du ja wieder, Söhnchen, nun hast du etwas gefunden?
Armando : Ja, Mütterchen, ich habe alles so gemacht, wie du gesagt hast und habe diese schöne Orange gefunden. Sie ist wirklich ganz besonders schön.
Alte Dann geh jetzt nach Hause und ruh dich aus. Nachher breite deine Schlafmatte aus und dann wasch die Orange, schäle sie und teile sie, du wirst schon sehen.
Armando : Was werde ich sehen, Mütterchen, du sprichst so geheimnisvoll?
Alte : mh, mh, mh ... warte die Zeit ab, tu was ich dir gesagt habe und du wirst schon sehen.
Armando : na gut, Danke Mütterchen und alles Gute für dich. (beide ab)

5. Szene

Armando : zu Hause, gähnt Was bin ich müde. Nun habe ich zwar nicht erreicht, was ich mir vorgenommen hatte, aber was solls, Morgen ist auch noch ein Tag. So jetzt breite ich meine Schlafmatte aus und dann schäle ich meine Orange, gewaschen hab' ich sie schon am Brunnen. Das wird ein leckerer Nachtisch vor dem Schlafengehen.beginnt die Orange zu schälen, plötzlich ist ein schönes junges Mädchen neben ihm. Oh, das ist aber eine Überraschung
Mädchen : Guten Abend Armando
Armando : Jetzt verstehe ich, was die Alte gemeint hat. Du.. du gefällst mir, möchtest du bei mir bleiben?
Mädchen : Deswegen bin ich hergekommen, du gefällst mir auch. Ich heiße Oriane.
Armando : Oriane, was für ein schöner Name. Aber weißt du, ich muß dir sagen, ich habe nur ein Feld und eine Ziege und ein paar Hühner. Es geht also nicht gerade üppig bei mir zu.
Oriane : Armando, gemeinsam werden wir es schon schaffen. Wenn ich dir helfe, können wir vielleicht ein zweites Feld bewirtschaften, wenn es hier noch Land gibt.
Armando : Ja das könnten wir, und dann würde es vielleicht auch für drei reichen, was meinst du?
Oriane : Oh,du hast es aber eilig!
Armando : Nein, nein, erst einmal müssen wir uns ja richtig kennenlernen. Aber wenn ich dich anschaue, habe ich das Gefühl, dich schon immer zu kennen. Du schaust mich genau so lieb an, wie ich es immer in meinen Träumen gesehen habe.
Oriane : Ja, Armando, mir ist auch so, als ob ich dich schon immer gekannt habe.
Armando : Willst du mich heiraten, Oriane?
Oriane : Ja, ich will Armando. (Umarmung und Küßchen)
Paulo : ruft von draußen Hallo Bruder, schläfst du schon?
Armando : Nein, komm nur ruhig herein Paulo. Es gibt eine Überraschung.
Paulo : Nanu? Na so etwas, du hast schon eine Frau gefunden?, das ging aber schnell, wie hast du das denn gemacht? (Oriane nimmt einen Topf und geht hinaus)
Armando : Ja, denk dir Bruder, ich wollte ja ins nächste Dorf, aber bis dahin bin ich gar nicht gekommen. Unterwegs habe ich eine alte Frau getroffen, habe ich einen kleinen Gefallen getan und dafür habe ich eine Orange von ihr bekommen. Dabei war sie aber ganz geheimnisvoll und ich dachte mir schon, daß es etwas Besonderes damit wäre. Als ich sie dann hier zu Hause schälte, war auf einmal diese schöne Mädchen da. Oriane heißt sie und sie wird meine Frau sein. Ich habe sie schon jetzt sehr lieb und ich glaube, sie mich auch.
Paulo : Das ist ja eine tolle Geschichte. Ist sie auch reich?
Armando : Darüber haben wir gar nicht gesprochen, aber das ist auch gar nicht so wichtig. Ich glaube, wir kommen auch so zurecht.
Paulo Wo hast du die Alte denn getroffen?
Armando : Zwei Stunden in Richtung Manguane - komisch ich habe ihre Hütte früher nie gesehen...
Paulo : Vielleicht ist sie erst kürzlich zugezogen, weil ihre Leute sie nicht mehr haben wollten. Und ,wo hast du die Orange gefunden?
Armando: Da waren drei ganz schmutzige Töpfe und davon sollte ich einen öffnen. Da waren die schönen Orangen drin.
Paulo : Also, das werde ich auch probieren. lachend Aber ich werde nicht die erstbeste Apfelsine nehmen sondern darauf achten, daß ich eine reiche finde
Armando : lacht auch wie willst du das denn machen? Von reichen Apfelsinen hab ich noch nie etwas gehört
Paulo : laß mich nur machen, gleich morgen früh gehe ich los.

6. Szene

Paulo : Jetzt bin ich zwei Stunden unterwegs, nun müßte das Haus der alten doch bald auftauchen. Ich bin so schnell gelaufen, wie sonst nie. Hoffentlich habe ich den richtigen Weg. Hoffentlich hat mir Armando keine Märchen erzählt. Oh je, ich war ja wohl ziemlich naiv, daß ich ihm die Geschichte geglaubt habe.
Alte Frau : Guten Tag, Söhnchen, wo gehst du hin?
Paulo : Ich bin unterwegs, um mir eine schöne, reiche Frau zu suchen
Alte Frau : So, so, eine schöne reiche Frau. Na wir werden ja sehen. Willst du mir zuvor einen Gefallen tun, Söhnchen.
Paulo : Ja, wenn es nicht zu lange dauert.
:Alte : Kannst du mir dort hinten an der Wasserstelle Wasser holen, ich kann mich so schlecht bücken und der Bottich ist so schwer.
Paulo : Aber Alte, hast du denn keine Nichte? Das ist doch Frauenarbeit.
Alte Aber du kannst mir doch sicher eben die Hirse sieben, das ist doch eine kleine Mühe.
Paulo : Du sagst es, das ist eine kleine Mühe, das schaffst du sicher noch selbst.
Alte : Söhnchen, Söhnchen, wie willst Du eine Frau finden. Bitte stampfe mir doch die Kohle, damit ich kochen kan n.
Paulo : Was fällt Dir ein, mit meinen guten Sonntagskleidern soll ich deine Kohle stampfen, da mache ich mich ja ganz schmutzig, wie soll ich denn dann meiner Braut unter die Augen treten.
Alte : Nun, dann geh diesen Weg entlang. Du wirst zu einer Weggabelung kommen. Da gibt es einen schönen geraden und sauberen Weg und einen gewundenen, holprigen und schmutzigen Weg. Wähle den schmutzigen und du wirst eine Reihe von Töpfen am Wegesrand finden. Wähle die schmutzigen und öffne sie. Von den Sachen die darin sind, nimm dir eine, gehe wieder nach Hause und du wirst schon sehen.
Paulo :O.K. beiseite na endlich hat sie sich darüber ausgelassen, wo ich die Orangen finde; es ist ja schon bald Mittag und ich will rechtzeitig wieder zu Hause sein. beide ab

7. Szene

Paulo : Aha, hier ist die Weggabelung. Igitt, ist es da schmutzig und alles voller Affenbohnen. Nein da gehe ich nicht entlang. Da mache ich ja meine Schuhe schmutzig und die habe ich doch extra zu Ehren meiner Braut angezogen. Was soll sie von mir denken, wenn ich mit schmutzigen Sachen vor ihr stehe. Ich gehe den sauberen Weg entlang. Aha, da sind ja auch schon die Töpfe. Er macht mehrere auf und schaut hinein Ich glaube, hier sind die dicksten und schönsten Apfelsinen. Ja, die sind knackig und frisch. Diese da, die ist die allerbeste. Die nehme ich und jetzt nichts wie nach Hause. (ab)

8. Szene

Paulo : So, da wären wir wieder. Jetzt schnell die Apfelsine gewaschen und geschält. So und jetzt teilen. Nanu, tut ich ja nichts. Noch einmal sieht sich um
Vogelscheuche : Guten Abend mein Süßer. Oh wie schön, daß du mich gesucht und ausgewählt hast. Wir sind uns so ähnlich, wir werden uns bestimmt gut verstehen.
Paulo Wir uns ähnlich ?Neiiiin! Hi-Hi-Hilfe, wer bist du? Vogelscheuche Freust du dich, mein Schätzchen? Ich werde immer bei dir bleiben. Komm gib mir ein Küßchen mein Süßer.
Paulo : Hilfe, Armando, hhilf mir!! (Indem Armando kommt,verschwindet die Gestalt)
Armando : Was ist denn los, Paulo, was schreist du denn so?
Paulo Eine ganz scheußliche Vogelscheuche ist aus meiner Apfelsine gekommen. Huh! (er schlottert und klammert sich an Armando)
Vogelscheuche (aus dem Hintergrund) Ich bin doch dein Spiegelbild ! Ich bleibe immer bei dir.
Armando Komm Paulo, ich glaube du hast schlecht geträumt. Ich sehe niemanden. Komm mit zu uns hinüber . Dann kannst du uns alles erzählen.
Ende

Text von Ursula Rinke

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