Hier stellen wir Berichte über alle möglichen Aktionen zusammen, bei denen Ihr mitmachen könnt.
vielleicht findet ihr hier auch Anregungen für eure Aktivitäten...
Ressano Garcia liegt im Distrikt Moamba in der Provinz Maputo. Dort wohnt und arbeitet jetzt Pater Vicente Berenguer.
Er schrieb am 25. November 2005 diesen Brief an Jochen Pfeiffer in Lennestadt und bat darin um Unterstürzung seines Projektes.ybr> Aber lest selbst....
Eines der schwierigsten Probleme von Ressano Garcia ist das Fehlen einer Formalen oder legalen Beschäftigung. Von Jugend an lernen sie, illegalen Beschäftigungen im Grenzgebiet nachzugehen. Sie tauschen Geld, kaufen geschmuggelte Produkte aus Südafrika und verkaufen sie wieder. Das Geschäft mit Handys, Schallplatten, CD`s, Cassetten, Uhren...fast immer gestohlen, ist weit verbreitet im Grenzgebiet und in der Hand von Jugendlichen und Heranwachsenden. Viele von ihnen landen im Knast wegen des Verkaufs der geraubten Sachen und oft enden die Auseinandersetzungen im Hospital.
Viele Schüler gehen diesen krummen Weg, um Schulmaterial, Kleidung, etwas zu essen zu kaufen und häufig geraten sie in diese "Geschäfte", weil sie ihre Schulausbildung abgebrochen haben. Für mich ist es sehr wichtig, ihnen eine bezahlte Arbeit zu geben. So lernen sie den Wert der Arbeit zu schätzen und gleichzeitig entfernen sie sich von den illegalen Tätigkeiten.
Einigen Jugendlichen gebe ich eine feste Arbeit und ich bezahle sie, wenn sie die beendet haben.
Ich glaube, dass es ein gutes PROJEKT ist, den Jugendlichen zu einem Lohn zu VERHELFEN. Den Jugendlichen geben wir 500.000 Metical ( ca. 21€) im Monat, sie arbeiten 4 Stunden täglich, außer samstags und sonntags. Den Jugendlichen, die im Akkord (?) arbeiten, die bekommen 700.000 Metical ( ca. 30€ ) bei 4 Stunden Arbeit pro Tag. Zur Zeit haben wir 6 junge Leute beschäftigt bei der "Esplanada"(?) der Wallfahrtskirche (die gibt es in der Nähe von Ressano Garcia, d.Ü.) und 7 bei der Pflasterung der Straße.
Das Geld, das sie erhalten, gibt ihrem Leben Sinn und Freude, obwohl die Arbeiten befristet und kurz sind. Es gibt viele, die etwas MACHEN wollen, um etwas zu VERDIENEN. Unsere finanziellen Mittel sind sehr begrenzt und unsere Hilfe auch. Unser Straßenreinigungsprogramm, das wir organisiert haben, um die Stadt sauber zu halten, das werden wir im Dezember schließen/beenden (müssen), denn das kostet uns pro Monat 60€. Die lokale Administration haben wir schon informiert, denn das Programm war nur bis August programmiert. Dadurch hat man/haben wir bewiesen, dass es möglich ist die Stadt sauber zu halten und es liegt jetzt an der lokalen Administration die Arbeiter zu bezahlen und zu kontrollieren. Mit dem Geld, das ihr aufbringen könnt, kann man mehreren jungen Leuten einen Arbeitsplatz geben, auch wenn das nicht dauerhaft ist. Arbeitsplätze schaffen bedeutet, sie vom Müßiggang abzuhalten, dem Geld durch "Schweiß" einen Wert zu geben und dadurch zumindest teilweise das ökonomische Problem zu lösen.
Ich glaube, dass dieses Problem in diesem Moment sehr wichtig wäre. Für uns ist es manchmal schwierig zu verstehen, dass so einfache Dinge wie Schulmaterial zu haben oder etwas zu essen kaufen zu können...ein Problem sein soll. Wir leben außerhalb dieser Zwänge und sie erscheinen uns lächerlich, aber für diese jungen Leute sind sie sehr wichtig. Das ist alles für diesen Moment. Vielen DANK für euren Wunsch mit uns in irgend einer Weise zu kooperieren.
Wir sind vereint.
Llopis Vicente Berenguer
Ressano Garcia
Mit den folgenden Zeilen wenden sich Jochen Pfeiffer und Elisabeth Brüggemann an Euch/Sie, und bitten, das Projekt zu fördern. Auch kleine Beträge helfen weiter!
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
liebe Freundinnen und Freunde,
ich denke, der Brief zeigt eindrucksvoll, in welch einem schwierigen Umfeld Pater Vicente lebt und mit welchen Problemen und Schwierigkeiten sehr viele der jungen Leute in seiner Gemeinde zu leben und zu kämpfen haben. Andererseits macht Vicente deutlich, dass mit bescheidenen finanziellen Mitteln Arbeitsplätze für zahlreiche Jugendliche geschaffen werden könnten.
Für uns, die wir auf der anderen Seite dieser EINEN WELT leben, wäre es ein konkretes Zeichen der Solidarität oder christlichen Nächstenliebe, wenn wir daran mitwirkten einer Gruppe von vielleicht 10 jugendlichen Arbeitslosen einen Arbeitsplatz zu verschaffen. Natürlich wäre dadurch nicht das Gesamtproblem gelöst, Aber ihr wisst ja, "es ist besser eine Kerze anzuzünden als über die Dunkelheit zu klagen."
Wer also bereit ist, einem arbeitslosen Jugendlichen in Ressano Garcia unter der Regie von Pater Vicente einen Arbeitsplatz zu finanzieren oder sich an der Finanzierung zu beteiligen, den bitten wir, einen entsprechenden Dauerauftrag einzurichten bei der: Sparkasse A-L-K; Kto.Nr.. 22525257; BLZ: 462.516.30
Stichwort: Arbeitsplatz
Sobald das Projekt beginnt, erhält jeder Förderer eine detaillierte Information über die Namen der am Projekt beteiligten Jugendlichen und das Arbeitsprogramm. Am Ende des Jahres erhält er außerdem eine Spendenquittung.
Elisabeth Brüggemann Joachim Pfeiffer
Im Rahmen der Schulaktion "Schüler helfen Schülern", bei der Schüler einen Tag lang arbeiten, um Kindern in Ländern des Südens den Schulbesuch zu ermöglichen, wurden vom Gymnasium Adolfinum in Bückeburg 1.735 Euro für eine Schule in Brasilien erarbeitet. Das Schulprojekt wird bereits seit neun Jahren aus Bückeburg unterstützt.
Quelle:wfd
Die 11-jährige Gymnasiastin Christiane Rundfeldt aus Berlin-Zehlendorf hat bereits zu Grundschulzeiten das Partnerschaftsprojekt "Palmerinhas" , eine Kindertagesstätte in einem Armenviertel von Rio de Janeiro, kennen gelernt. Durch aktive Nachbarschaftshilfe, Unterstützung bei Haus- und Gartenarbeit und das regelmäßige Ausführen eines Hundes verdiente sie sich 215 Euro. Dieses selbstverdiente Geld stiftete Sie "Palmerinhas".
Quelle: wfd
Entwicklungspolitische Bildungsarbeit mit Kindern und Jugendlichen ist für den Weltfriedensdienst kein Neuland. Indem er Schulpartnerschaften unterstützt, fördert er seit nunmehr vier Jahren schulische Aktivitäten, die globales Lernen mit konkretem solidarischen Handeln verbinden. In diesem Jahr wird der Weltfriedensdienst noch einen Schritt weiter gehen.
Kurz vor den Sommerferien wird es an vielen Berliner Schulen einen Aktionstag für Afrika geben. Einen Tag lang werden die Schülerinnen und Schüler mit ihrer Arbeit zwei Projekte im Süden unterstützen. Unter dem Motto "Work for Peace" werden jüngere Kinder Spendenaktionen durchführen, Ältere sich einen Job suchen oder kleinere Dienstleistungen anbieten. Der Erlös dieser vielfältigen Aktivitäten wird über den Weltfriedensdienst in Projekte nach Mosambik oder Südafrika weitergeleitet.
Der Titel "Work for Peace" wurde sehr bewusst gewählt. Denn wenn in Mosambik junge Menschen eine berufliche Ausbildung erhalten und damit die Möglichkeit, ihr Land aufzubauen oder wenn südafrikanische Kinder und Jugendliche in einem Frauen- und Kinderhaus Zuflucht vor häuslicher Gewalt finden und Straßenkinder dabei unterstützt werden, die Schule zu besuchen - so sind dies wichtige Beiträge zu einem friedlicheren Zusammenleben und somit konkrete Friedensarbeit.
Für "Work for Peace" konnte der WFD viele Partner gewinnen: Schirmfrau ist die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, Heidemarie Wieczorek-Zeul, Kooperationspartner sind zum Beispiel der Berliner Landesjugendring und das "Schulprogramm Berlin" des Deutschen Entwicklungsdienstes. Hilfreiche Unterstützung kommt auch vom Berliner Bildungsnetzwerk, in dem zahlreiche entwicklungspolitische Organisationen zusammen geschlossen sind. Mit der Berliner Aktion "Work for Peace" knüpft der Weltfriedensdienst an ermutigende Erfahrungen im hessischen Wetteraukreis an.
Schüleraktionstag 2004 im Wetteraukreis - ein Rückblick Ein wenig Überwindung kostete es die beiden Schüler der Henry-Benrath-Schule schon, als sie als Straßenmusiker in der Fußgängerzone der Kreisstadt Friedberg auftraten. Würde außer den Schulfreunden, die zur moralischen Unterstützung mitgekommen waren, überhaupt jemand Notiz von ihnen nehmen? Aber schnell waren die Bedenken vergessen und die Musiker von Zuhörern umringt. Eine Litfasssäule informierte über die Aktion "Schüler helfen Schülern" zugunsten besserer Bildungschancen in Guinea Bissau. Die Spenden der Passanten trugen ebenso zum Erfolg der Aktion bei, wie der Verkauf selbstgebundener Blumensträuße und gut erhaltener Jugendbücher oder ein Kuchenbasar und eine Tombola am Kurt-Schumacher-Gymnasium Karben. Ältere Schüler, die gemäß Kinder- und Jugendschutzgesetz einer bezahlten Tätigkeit nachgehen dürfen, suchten sich einen Job. Studierende der Technikerschule Butzbach mit dem Schwerpunkt Erneuerbare Energien führten eine Energiesparberatung auf dem Marktplatz durch, zwei Mädchen verteilten Flyer und Kostproben für einen Naturkostladen, andere arbeiteten in einem großen Kaufhaus, in einem Anwaltsbüro oder betätigten sich als Babysitter. Entgegen anfänglicher Befürchtungen gab es in den letzten beiden Wochen vor den Schulferien in Friedberg und Umgebung jede Menge zu tun für SchülerInnen, die auf Jobsuche gegangen waren.
Insgesamt beteiligten sich mehrere Hundert Schülerinnen und Schüler des hessischen Wetteraukreises an der Aktion. Mit dem Erlös von insgesamt 3.126 Euro konnten inzwischen in der entlegenen Provinz Boé/Guinea Bissau in drei Dörfern Eltern beim Bau eines wetterfesten Schulgebäudes und der dazugehörigen Möbel unterstützt werden. Mädchen und Jungen im Grundschulalter lernen nun Lesen, Schreiben und Rechnen und werden so hoffentlich einmal bessere Chancen als ihre Eltern haben. Denn wer lesen und sich darüber informieren kann, was im Land und in der Welt passiert, kann z.B. seine Rechte besser wahrnehmen oder auch weiterführende Kurse besuchen und Fachliteratur studieren, um die landwirtschaftlichen Erträge zu steigern.
Die Initiative zu diesem Wetterauer Schüleraktionstag - einer Idee, die ursprünglich aus Skandinavien stammt - geht auf einen Lehrer der Technikerschule Butzbach zurück. Vertreter der Schulen des Landkreises beschlossen im November letzten Jahres einstimmig, die Aktion zu einem inhaltlichen Schwerpunkt der Arbeit des Kreisschülerrates auch für das Schuljahr 2004/2005 zumachen. Diesmal wollen mehr Wetterauer Schulen mit noch mehr Engagement dabei sein.
"Das Projekt zeigt die Verantwortung, die junge Menschen für die Gesellschaft und deren humanitäre Entwicklung übernehmen", freut sich Landrat Gnadl, der wieder die Schirmherrschaft übernommen hat.
Zur Vorbereitung des Aktionstages in Berlin werden sich die Schülerinnen und Schüler im Unterricht mit dem Alltag ihrer Altersgefährten beschäftigen, z.B. dem Leben in einem südafrikanischen Township. Sie werden etwas darüber erfahren, dass viele Kinder in Lulekani schon im Vorschulalter, etwa durch den Verkauf von Früchten, zum Familieneinkommen beitragen müssen. Sie lernen den Kreislauf von Armut, mangelndem Zugang zu Bildungsmöglichkeiten und Gewalt kennen. Sie lernen, dass Mädchen und Jungen Opfer von Gewalt und Missbrauch in den Familien werden, dass die Verstrickung in Prostitution und Drogenhandel oft fast zwangsläufig der nächste Schritt ist.
Vielleicht setzen sie sich auch mit der jüngsten Geschichte Mosambiks auseinander und lernen etwas über den blutigen Bürgerkrieg, unter dem die Menschen 16 Jahre lang zu leiden hatten. Auf diese Weise werden sie mit dem Schicksal von Kindersoldaten, Kriegswaisen und jungen Minenopfern konfrontiert. Doch am Ende des Projekts sollen nicht nur Betroffenheit und Hilflosigkeit stehen. Vielmehr gibt ihnen der Aktionstag die Möglichkeit, etwas zu tun, damit sich für die Kinder und Jugendlichen etwas ändert - in Südafrika, Mosambik und anderen Ländern. Durch die intensive Beschäftigung lernen die Mädchen und Jungen auch, dass es Basisinitiativen und Selbsthilfegruppen in den Ländern des Südens gibt, die sich dafür einsetzen, dass die Menschen in ihrem Heimatland, vor allem die Kinder, hoffnungsvoller in die Zukunft blicken können. Und sie erfahren von Organisationen wie dem Weltfriedensdienst, die diese Initiativen finanziell und personell unterstützen. Und schließlich hat der Aktionstag noch einen weiteren wichtigen Nebeneffekt: Für ältere SchülerInnen ist die Jobsuche vielfach der erste Kontakt mit der Arbeitswelt . Eine Chance sich auszuprobieren und vor allem, soziales Engagement zu zeigen, eine Eigenschaft und Bereitschaft, auf die bei der Jobsuche immer häufiger Wert gelegt wird.
Katrin Steinitz ist Mitarbeiterin des Weltfriedensdienstes und zuständig für Kleinprojekte und Partnerschaften.